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TV-Sponsoring-Gelder: Spielgeld für Träumer? (aus dem persönlich.com-Blog)
30.05.2011

Letzte Woche haben SF und Ringier kühl gemeldet, dass "Ab in die Küche" den Geschmack des Publikums nicht getroffen habe und darum sofort abgesetzt wird. Soweit so gut. Das berühmte Ende mit Schrecken wurde einmal mehr als Vorwand benutzt. Aber wie finden denn die Sponsoren der Sendung diese Absetzung? Wir reden hier von grossen Brands: Coop, Emmi, Knorr, Miele, Axpo, Poggenpohl, Langenthal usw. Marketing- und Mediaexperten haben im Vorfeld wohl intensiv evaluiert und geprüft, haben die Versprechungen und Power-Point-Präsentationen der Anbieter studiert und sich dann für ein Engagement entschieden - sicher mit langfristigen Perspektiven. Homepages wurden erstellt (www.abindiekueche.ch ist immer noch aufgeschaltet), Pressemitteilungen versandt und Marketingbegleitmassnahmen geplant und realisiert. Und jetzt ist einfach Schluss? Selbstverständlich nicht! Auf der obenerwähnten Homepage wird schon wieder Ankündigungs-Marketing betrieben: Originalzitat: "Auf kulinarische Höhenflüge müssen Fernsehzuschauer trotzdem auch in Zukunft nicht verzichten! SF und Betty Bossi arbeiten gemeinsam mit Ringier Entertainment Fernsehen bereits an einer neuen kulinarischen Sendung". Ende Zitat. Haben sie denn am Konzept von "Ab in die Küche" nicht gearbeitet?

Ich frage mich ernsthaft: Betrachten diese Produzenten und Ideen-Erfinder die Marketinggelder der Kunden eigentlich als Spielgeld für ihre Träume? Ist diesen "Experten" eigentlich klar, dass das Vertrauen der Kunden in Sponsoring von Fernseh-Sendungen, bedingt durch solches Try-and-Error - massiv abnimmt? Der Lebens-Zyklus all dieser Formate wird immer kürzer. Erinnern Sie sich noch an "Model-Challenge"? Wird nach einer ersten Serie und riesigem Aufwand von IMG und Ringier auch schon wieder eingestellt, diesmal mit der Begründung, dass die angefragten Sponsoren kein Interesse mehr hätten. Wen wundert's?

Bedauerlich ist diese Situation eigentlich nur darum, weil durch diese grossartig angekündigten Flops die Glaubwürdigkeit der vielen guten und fleissigen Anbieter untergraben wird. "Bauer, ledig sucht.." auf 3+, "Swiss Dinner" auf TeleZüri, "Funky Kitchen Club" auf Pro7 zeigen, dass es mit guten Inhalten und geschicktem Programming möglich ist, Erfolg zu haben.

Wenn jetzt noch die multimedialen Möglichkeiten und Partnerschaften dieser oder neuer Formate weiter gepflegt und ausgebaut und zu sinnvollen Konzepten verknüpft werden, so werden die Sponsoren in Zukunft um ihr Geld nicht mehr bangen müssen. Neben Homepages und Interaktion in der Sendung selbst, liegen die grossen Chancen in der Vermarktung von TV-Sendungen in der konsequenten Verbindung von TV und Print oder anderen Medien. Fernseh-Formate werden so als Marke etabliert, im Zusammenspiel zwischen Produzent, Sponsor, TV-Sender und anderen Medien. Konsequent konzipiert, umgesetzt und auch begleitet. Und zwar mit einem langfristigen Konzept und nicht mit einfallslosem Ankündigungs-Marketing und dem nervösen Finger immer auf dem Exit-Knopf.

 

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